Wacker gekämpft: Aber an der Elbe gibt es nichts zu holen
USV TU Dresden – BSC Victoria Naunhof 31:16 (15 :7)
Dresden (sbf). Zu beneiden sind die Handballdamen des BSC Victoria Naunhof nicht. In der Vorwoche reiste mit Koweg Görlitz ein Aufstiegskandidat an, der mit 37:22 locker die Punkte aus Naunhofs Parthe fischte. Diesmal stand der Auftritt in der Landeshauptstadt Dresden an. Der USV TU lag vorm Spiel auf Tabellenplatz fünf, den das Team mit einem 31:16-Sieg verteidigte. So sehr sich Naunhofs Damen auch mühten, mit nur neun Spielerinnen angereist, davon zwei Torhüterinnen, konnte dem Tempo der Elbestädterinnen in diesem Sachsenligaspiel nicht standgehalten werden.
Naunhofs Trainerteam (Maria Gebauer und Mathias Pfütze) bekam eine Hiobsbotschaft nach der anderen. Die Verletzten- und Krankenliste ist derzeit länger, als die der einsatzfähigen Spielerinnen. Demzufolge musste Maria Gebauer wieder mit in die Bresche springen. Glücklicherweise klärte sich Ines Ullmann, die bereits ihre aktive Laufbahn beendet hat, bereit, ihre ehemalige Truppe zu unterstützen.
Ein kleines Erfolgserlebnis gab es für Naunhof. Denn in der zweiten Minute ging das Team aus dem Muldental 1:0 in Führung, und es dauerte immerhin sechs Minuten (in der Vorwoche führte da Görlitz schon 6:0), ehe die USV-Handballerinnen die Führung (4:3) übernahmen. Zunächst gelang es noch mitzuhalten. Denn nach gespielten 15 Minuten stand es nur 8:6 für das Heimteam. Doch dann folgte die spielvorentscheidende Phase. Während den BSC-Damen nur ein Treffer gelang, trafen die Kontrahentinnen sieben Mal ins Schwarze und führten zur Halbzeit schon uneinholbar mit 15:7.
Die zweite Hälfte verlief, wie die erste endete. Die Gastgeberinnen aus Dresden, obwohl selbst nicht fehlerlos, nutzten gnadenlos die Naunhofer Lücken. Zu allem Unglück dezimierte sich in der 32. Minute Naunhof durch eine rote Karte. Und aus der Not musste eine Tugend gemacht werden. Torhüterin Stephanie Ehrenberg, immerhin schon drei Mal in dieser Saison erfolgreich (Freiwurf nach Abpfiff versenkt, Siebenmeter verwandelt, gegen Görlitz Feldtor geschossen), streifte das Feldspielertrikot über, um wenigstens noch einige Wechselalternativen zu haben. So wurde versucht, die Niederlage in Grenzen zu halten. Nach 40 Minuten lag Naunhof mit 11:21 Toren zurück, über 24:11 und 27:12 (50.) baute Dresden den Vorsprung bis 31:16 aus. Ein Lob verdiente sich Katrin Schneider, die auf der für sie ungewohnten Rückraummitte gegen fast zwei Köpfe größere Dresdenerinnen spielte und sogar einige Akzente setzen konnte.
In knapp 14 Tagen genießt Victoria wieder Heimrecht. Mit dem VfB 1999 Bischofswerda reist der Tabellensiebente an. In den noch sieben zu absolvierenden Punktspielen muss jetzt versucht werden, die zwei dahinter liegenden Mannschaften nicht vorbei zu lassen. Vor allem Dingen gegen Rotation Weißenborn muss das Heimspiel gewonnen werden. Noch in Reichweite ist die Mannschaft von Chemie Zwickau.
Für den BSC Victoria Naunhof spielten:
Stephanie Ehrenberg, Ina Kunstmann (beide TH), Maria Gebauer (3), Katrin Schneider, Luisa Weihmann (1), Ines Ullmann (2), Lisa Knespel (1), Anne Feige (9/3), Marlies Porath.
Siebenmeter: Dresden 4/2, Naunhof 3/3
Zeitstrafen: Dresden: 1, Naunhof 4 und einmal Rot.
In Markranstädt geht Victoria unter
SC Markranstädt – BSC VICTORIA Naunhof 34 : 11 (17:3)
Markranstädt (sbf). Gegen den Aufstiegskandidaten SC Markranstädt setzte es im Hinspiel eine 8:36-Niederlage. Im Rückspiel der Sachsenliga verloren die Handballdamen des BSC Victoria Naunhof mit 11:34. Damit erfüllten sie ihre Zielstellung, im Rückkampf deutlich besser abzuschneiden, nicht. Eine Ursache, warum daraus nichts wurde, ist schnell gefunden. Denn eine Hiobsbotschaft jagte die andere, Spielerin für Spielerin meldete sich aus Krankheitsgründen ab. Mit nur sieben "Einsatzfähigen" trat Naunhof am Rande der Messestadt an.
Nach drei Siegen in Folge war mit Punkten gegen den Aufstiegskandidaten nicht zu rechnen. Anwurf in der ersten Halbzeit hatten die "Piranhas", die nach dreieinhalb Minuten mit 3:0 in Führung lagen. Erst nach zehn Spielminuten konnte Kristin Schneider von Linksaußen den ersten Treffer für Naunhof zum 1:6 setzen. Fünf Minuten später führte Markranstädt mit 10:1. Naunhof scheiterte immer wieder an der gegnerischen Abwehr, auf der anderen Seite hielt die BSC-Hüterin, was es zu halten gab. Aber gegen die meist frei zum Schuss kommenden Angreiferinnen des Gastgebers war letztlich kein Kraut gewachsen. Kleine Erfolgserlebnisse in Form von Toren, die in solchen Spielen wichtig sind, schafften aus dem Rückraum Claudia Lochmann, als sie zum 2:10 und Anne Feige zum 3:11, trafen. Aber damit war das Pulver der ersten Halbzeit verschossen. Eine genommene Auszeit diente mehr dazu, den Spielerinnen Gelegenheit zum Verschnaufen zu geben, als taktische Anweisungen zu erteilen. Der Kräfteverschleiß machte sich nun bei Naunhof bemerkbar.
In vielen Sportarten gibt es Ergebnisse, die nur selten erreicht werden. Im Handball sind es in zwei Mal 30 Minuten 40 geworfene Tore. Und dieser Marke näherten sich Markranstädts Damen, als sie schnell im zweiten Abschnitt drei Treffer nachlegten, schon 20 hatten. Die "Naunhofer Sieben" erhöhte ihr Torekonto durch Feige und Franziska Tag auf sechs. Markranstädt stellte das Tore schießen ein, führte in der 45. Minute "nur" 22:7, zumindest nicht 40 zu kassieren, stand hier schon fest. Zweistellig einzukommen aus BSC-Sicht war aber noch möglich. Nach 50 Minuten Spielzeit stand 26:9 an der Anzeigetafel, als Naunhofs Damen aber zweistellig (11 Treffer) geschafft hatte, waren sie stehend K.O., kassierten in kürzester Zeit noch acht Gegentreffer zum Endstand von 34:11 für Markranstädt.
Für den BSC Victoria Naunhof spielten:
Stephanie Ehrenberg (Torhüterin), Claudia Lochmann (2), Kristin Schneider (1), Franziska Tag (1), Luisa Weihmann (1), Anne Feige (6), Marlies Porath.
Siebenmeter: Markranstädt 5:4, Naunhof 0
Zeitstrafen: Markranstädt 4, Naunhof 4.